[Amtlicher Beitrag] Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg auf Exkursion in Hirschau

Am 15. Oktober besuchte das Team der landeseigenen Stiftung Naturschutzfonds Hirschau, um einige der von ihr geförderten Naturschutzprojekte vor Ort kennenzulernen. Ortsvorsteher Norbert Schnitzler begrüßte die Gruppe am Schwätzbänkle beim Narrenbrunnen. Er verwies auf die schöne und vielfältige Kulturlandschaft am Spitzberg und bedankte sich für die bisherige Unterstützung von Projekten in Hirschau. Zugleich machte er deutlich, dass es weiterhin viel zu tun gibt, um diese wertvolle Landschaft zu erhalten. Als Beispiel nannte er die Sanierung von Trockenmauern. Anschließend ging es hinauf zu den Hohlwegen Unteres Tal und Ammersteige. Dort informierte Gunter Neubauer über das Pflegeprojekt der Grünen Liste. Hohlwege sind nicht nur prägende Elemente der historischen Kulturlandschaft, sondern auch wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Nur durch regelmäßige Pflege bleiben diese besonderen Strukturen erhalten. Im Gewann Ammersteige stellte Dr. Bernd Langner vom Schwäbischen Heimatbund die natur- und landschaftspflegerische Arbeit des Vereins vor, der große Flächen am Spitzberg besitzt. Für ihn ist Kulturlandschaftspflege zugleich Heimatpflege: Sie erhält gewachsene Landschaftsstrukturen, macht Geschichte und Identität eines Ortes sichtbar und bietet zugleich wichtige Lebensräume. Jörg Maurer erläuterte die praktische Sicherung und Sanierung von Trockenmauern. Mit seiner großen Erfahrung zeigte er, wie wichtig handwerkliches Können und das Wissen um traditionelle Bauweisen für eine fachgerechte Wiederherstellung sind. Denn Trockenmauern sind weit mehr als historische Bauwerke: Ihre Fugen und Hohlräume bieten zahlreichen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Ihr Erhalt verbindet somit Landschaftspflege mit aktivem Artenschutz. Über die Ammersteige führte der Weg weiter auf die Höhe des Spitzbergs bis zum Kapellensattel. Dort berichtete Prof. Gottschalk von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg über seine Arbeit mit Projekten am Spitzberg. Er führte aus, wissenschaftliche Erkenntnisse im Zusammenspiel mit praktischen Maßnahmen zum langfristigen Erhalt wertvoller Lebensräume beitragen können.

Vielfältige Unterstützung für Natur und Kulturlandschaft
Die 1976 gegründete Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg fördert Projekte zum Schutz der Natur und Artenvielfalt, zur Vernetzung von Lebensräumen und zur Stärkung des Umweltbewusstseins. Dafür unterstützt sie auch Kommunen, Vereine oder Verbände. So gehört die Sanierung von Trockenmauern im NSG Hirschauer Berg zu den von der Stiftung geförderten Projekten. Mit dem Projekt „Restitution trockenwarmer Lebensräume am Spitzberg“ fördert die Stiftung auch den Verein VEbTiL bei der Wiederherstellung von Lebensräumen im Gewann Kleb. Durch die Freistellung ehemaliger Weinbergterrassen werden dort Artenvielfalt und Biotopverbund gestärkt.
Die Exkursion verdeutlichte, wie wichtig das Zusammenspiel von Fachwissen, professionellem und bürgerschaftlichem Engagement sowie finanzieller Förderung für den Erhalt der Hirschauer Kulturlandschaft ist. Die Unterstützung der Stiftung trägt dazu bei, wertvolle Lebensräume und die charakteristische Landschaft des Spitzbergs auch für kommende Generationen zu erhalten. Wer mehr über die Stiftung erfahren möchte: https://stiftung-naturschutzfonds-bw.de